KörperSprache und überzeugendes Auftreten

Handshakes

Zu einem überzeugenden Auftreten gehört auch die richtige KÖRPERSPRACHE.

Wird sie uns nicht in die Wiege gelegt?


Ich bevorzuge den Ausdruck authentisches Auftreten. Über-Zeugen hat immer etwas mit “besser” und “schlechter” zu tun. Da jeder Mensch einzigartig ist, kann es keine Wertung in dieser Hinsicht geben. Und KörperSprache “ist”, hat keine Wertung in “richtig” oder “falsch”, sondern Ursache, Wirkung und Konsequenz.

Ausstrahlung ist das Gesamtbild eines Menschen und geht über KörperSprache, Sprache, Kleidung etc. noch hinaus. Hier werden auch energetische, fein stoffliche Bereiche miteinbezogen.

Dieses gesamte System ist in stetiger Veränderung und im Wandel, je nach Gedanken, Gefühlen und Handlungen des jeweiligen Menschen. Je mehr wir uns zum Selbst-Ausdruck bringen, um so authentischer wird dieses Selbst ausstrahlen. Das Selbst liegt jedoch verborgen unter der Fülle der Konditionierungen und Glaubenssätzen. Diese werden uns sozusagen in die Wiege gelegt = Anerzogen. Um uns davon zu befreien und zu dem zu werden, was wir bereits sind (Selbst), kann die KörperSprache eine Fülle von Hinweisen geben. Viele Blockaden (Glaubenssätze) und Zurückhaltungen (Konditionierungen) finden wir sowohl auf der gedanklichen wie auf der körperlichen Ebene (als Ausdrucksebene) wieder.

Sind bewusst eingesetzte Mimik und Gestik ein Schlüssel zu persönlichem Gesprächs-Erfolg?

Hier könnte man der Ver-suchung unterliegen, daß man nur die “richtige” Handhaltung einnehmen oder in der entscheidende Situation das “passende” Gesicht machen muß und schwups, schon erreicht man was man will. Rezepte gehören nicht zum Leben und auch nicht zu einem KörperSprache Bewusstsein. Zum einen ist jeder Mensch anders und einzigartig und jede Situation ist neu! Zum anderen ist KörperSprache ein Ausdruck von Geist und Seele und nicht von dieser Ursachenebene zu trennen. Hinzu kommen noch kulturelle Unterschiede durch non-verbale ‘Vereinbarungen’, denen wir uns meist erst beim Kontakt mit anderen (fremden) Verhaltensweisen bewusst werden.

Wer also durch seine KörperSprache mehr über seinen wahren Gedanken und Gefühle erkennt, wird auch wissen, dass nur eine Ganzheitliche Veränderung zu einem authentischen Außen führen kann. Wenn ich sprachlich wie nicht-sprachlich “ehrlich” bin und weder meine wahren Gedanken und Gefühle unterdrücke oder verbergen will, kann meine KörperSprache dies auch zum Ausdruck bringen. Jede noch so unbewusste Auslassung wird der Körper als Ersatz-Bühne zur Darstellung bringen. Damit wird auch der Versuch, nur dem dem Körper etwas zu sagen, ohne innerlich dahinterzustehen, enttarnt. Folgerichtig haben wir unehrlichen Erfolg: Wie innen so außen.

Kann ich auch aus der KörperSprache anderer lesen? Und was bringt mir das?

Sobald wir einen anderen Menschen sehen, fangen wir an über die non-verbalen Signale herauszufinden, wen wir da sehen, was er für Absichten hat und wie wir uns verhalten sollen. Vom archaischen Standpunkt auch sehr nützlich: Feind oder Freund? Kontakt oder Flucht?

Diese Signale zu entschlüsseln und entsprechende (Handlungs)Schlüsse zu ziehen können wir seit unserer Geburt. KörperSprache ist unsere erste Sprache. Daher sind Kinder in diesem Bereich uns Erwachsenen auch so überlegen. Sie durchschauen unsere wahren Absichten. Erst wenn wir uns nur noch auf unsere sprachliche Ebene beziehen und unser Denken und Handeln sich aus dem Ego/Verstand speist, verlieren wir diese Fähigkeit aus dem Bewusstsein. Unsere Primärsprache wird zur unbewussten Fremdsprache.

Was jedoch nicht heißt, dass wir sie nicht sprechen und empfangen – wir tun dies immer und überall – eben nur unbewusst. Daher ist es von Nutzen, diese unsere Ursprache wieder zu erlernen, damit wir in unserer Kommunikation und unserem Bewusstsein wieder vollständiger werden. Immerhin macht ca. 80% der Kommunikation der non-verbale Teil aus! Das sollte schon ein Argument sein, seine Kommunikation zu erweitern, oder?

Wie wird man sich seiner KörperSprache wieder bewusst?

Jede Situation ist neu! Daher ist es sinnvoll, zunächst die Vokabeln, d.h.: Haltung, Gang, Sitzhaltung, Mimik, Gestik wieder zu lernen um später, ohne wilde Interpretation oder (Ein)Schätzung, zu lesen!

Die Haltung eines jeden Menschen erzählt die aktuelle wie auch geschichtliche innere Haltung zu sich selbst, der Situation und zum Gegenüber. Hängende Schultern mit leicht vorgeschobenen Kopf lassen ein noch so freundlich in Worte gefasstes “Ich freue mich, Sie kennen zulernen” zu einer Kontradiktion werden. Wir alle trauen den Körpersignalen mehr als der gesprochenen Sprache. Negiert diese die KörperSprache, so verlassen wir uns unbewusst und gefühlsmäßig auf die Körpersignale. In diesem Fall wäre Misstrauen der Person und daraus folglich der Sache gegenüber die gesprächstragende Atmosphäre.

Die Art, wie sich jemand fortbewegt, deutlich in seinem Gang, zeigt seine Gedankengänge. Langsame, vor-sichtige und kurze Schritte sagen z.B., daß auch in den Gesprächen entsprechend vorgegangen werden muß. Wird ein solcher Mensch mit zu vielen und schnell vorgetragen Argumenten ‘überschüttet’, kann er sich innerlich und entscheidungsmäßig nur noch ‘ausklinken’. Ebenso würde ein schnell voranschreitenden Mensch bald Langeweile bei zu ausführlichen und schleppend vorgetragenen Argumenten empfinden und entsprechend reagieren.

Sitzhaltungen- und Positionen bestimmen Fronten, hierarchische Positionen und sind oft kulturell festgelegt. Die Einstellung zueinander spiegelt sich in Gesprächen wieder. Wenn es zu sprachlichen Konfrontationen kommt, stehen oder sitzen sich beide tatsächlich meist frontal gegenüber, während Gespräche im leichten Winkel zueinander harmonischer verlaufen.

Haben Sie den Mut, einmal Ihren starren und konfrontativen Stand-punkt aufzugeben und sich partnerschaftlich, d.h. mit Zu-wendung und Zu-neigung (im rechten Winkel sitzend) Ihrem Gesprächs-Partner zuzuwenden. In Japan wäre dieses Ansinnen jedoch nicht umsetzbar, da hier die vorgegebene Plätze einzuhalten sind. Auch wäre hier die bei männlichen Europäern gerne eingenommene ‘Barrierehaltung’der Beine im Sitzen äußerst anstößig: das Zeigen der Fußsohle sagt: “Du bist soviel Wert, wie der Dreck auf der Straße, den ich mit meinen Füßen betrete”.

Nicht nur Lächeln und freundliche Worte bestimmen den ersten Eindruck, sondern auch die übrige Mimik “spricht Bände”. Ein taxierender Blick, ein “Nicht hinschauen” und der Gesprächspartner spürt sofort Unbehagen. Hochgezogene Augenbrauen wirken schnell belehrend und arrogant. Heben Sie das Kinn, zeigen Sie zwar Ihre Durchsetzungskraft und Stärke, die aber als Überheblichkeit ankommen kann. Halten Sie hingegen den Kopf schräg, dann gehen Sie aus der Konfrontation heraus und unterwerfen sich möglicherweise auch im sprachlich, inhaltlichen Bereich.

Gestik beschreibt die Aktion – in Spracheinheit – der Arme und Hände. Gerade hier gibt es eine Fülle von vereinbarten Zeichen, bestehend aus Fingerstellungen. Diese sind oft kulturell verschieden und können bei unbewusstem Einsatz sehr zu Missverständnissen führen. Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis geformt heißt im amerikanischen ‘Sprachgebrauch’ O.K.; in Deutschland kann es als ‘Arschloch’ übersetzt werden. Welch ein Unterschied im Gespräch…

Welchen Rat können Sie geben, um in fremden (Sprach)Räumen mit non-verbalen Signalen gekonnt umzugehen?

Wir alle sind multidimensionale Wesen und haben daher die Fähigkeit, unser Bewusstsein mehrschichtig zu aktivieren. Vor Beginn einer Besprechung/Verhandlung wäre es sicher sehr von Vorteil, neben der gedanklichen, inhaltlichen Beschäftigung sich seines Körpers bewusst zu sein. Wie stehe ich gerade, welche Handbewegungen mache ich und wie bewege ich mich? Allein diese Fragestellungen, ohne gleichzeitige Zensur in richtig oder falsch, bringt bereits Bewusstsein in unser Verhalten. Und auch das aktive beobachten des Gegenübers und spüren von Stimmigkeit von Sprache und KörperSprache würde unserer bewussteren Intuition ein großes Tor öffnen! Darüber hinaus ist das aktive Wieder erlernen über Bücher und Seminare zum Thema sicher ein hilfreicher Schritt – letztlich ist aber alles in uns, wir müssen uns diesem Wissen nur öffnen = ins Be-wusst-Sein eintreten. Probieren geht oft über studieren!

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